wünscht du wärst hier

10/08 - 105 Music

Für die Verbindung von authentischer Soul-Musik mit unpeinlichen deutschen Texten steht in den letzten vor allem ein Name: Stefan Gwildis. Von Ermüdungserscheinungen kann nach Alben wie Neues Spiel (2003), Nur wegen Dir (2005) oder Heut ist der Tag (2007) keine Rede sein. Im Gegenteil, der 50-jährige Sänger aus Hamburg setzt mit Wünscht Du wärst hier seinen Weg unbeirrt fort und hat sich im Verbund mit seinem Weggefährten Michy Reincke wieder mal selbst übertroffen. Egal ob sich Gwildis Marc Cohns unsterblicher Hymne „Walking in Memphis“ („Gestern war Gestern“), Joni Mitchells „Big Yellow Taxi“ („Wenn es weg ist“) oder dem Blood, Sweat & Tears-Jazzklassiker „Spinning Wheel“ („Lass den Dingen ihren Lauf“) annimmt, das Ergebnis stimmt immer. Daneben überzeugt der Sänger auch in Eigenkompositionen wie „Wünsch Du wärst hier“ oder Wundervolles Wunder“ restlos, die gegenüber den Originalen, nicht zuletzt wegen seiner äußerst dynamischen 14-köpfigen Begleitband um den Pianisten Matze Kloppe, in keiner Weise abfallen. Stefan Gwildis bewegt sich auch diesmal gewohnt stil- und geschmackssicher durch die Musikgeschichte. Absolut gelungen ist zudem seine leidenschaftliche Interpretation von Lucio Dallas „Caruso“ („Keines Menschen Auge“) sowie „Regennacht in Hamburg“, eine phantastische Version von Tony Joe Whites Song „Rainy Night in Georgia“. Zweifellos zu den stärksten Stücken auf Wünscht Du wärst hier zählt die zusammen mit Michy Reincke komponierte einfühlsame Midtempo-Ballade „Wo bist Du grad“. Ein bewegender Song über die vielen unterschiedlichen Facetten der Liebe. – Norbert Schiegl

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